Witwenrente – Steuer

Für die Besteuerung der Witwenrente ist deren Anspruchsgrundlage maßgebend: Verstarb der Versicherte durch einen Unfall im Sinne der gesetzlichen Unfallversicherung, sind Rentenansprüche für Witwen bzw. Witwer gemäß § 3 Nr. 1a EStG steuerfrei. Anders verhält es sich bei Ansprüchen aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Diese sind im Sinne des § 22 EStG steuerpflichtige Einkünfte.

Sofern die Witwenrente vor 2040 beginnt, ist sie nicht in voller Höhe zu versteuern. Die Teilbesteuerung begann 2005 mit 50 Prozent und steigt bis 2020 um jeweils 2 Prozentpunkte bis auf 80 Prozent an. In den folgenden 20 Jahren steigt dieser Satz um je 1 Prozent pro Jahr bis auf 100 Prozent an.

Für 2013 sind Einkünfte aus beginnenden Witwenrenten also mit 66 Prozent zu versteuern. Maßgeblich ist zwar das Jahr des erstmaligen Rentenbezugs, doch Rentensteigerungen werden mit dem jeweils gültigen Satz versteuert. Würde die Witwe beispielsweise 1000 EUR erhalten, wären 2013 entsprechend 660 EUR zu versteuern.

Steigt die Rente infolge einer Rentenerhöhung um 5 Prozent auf 1050 Euro an, sind auf die ursprünglichen 1000 EUR 66 Prozent anzuwenden, während die 5 Prozent bzw. 50 EUR mit 68 Prozent angesetzt würden. Damit ergibt sich folgende Rechnung:

(1000 EUR * 66 Prozent) + (50 EUR * 68 Prozent) = 694 EUR

Achtung

In diesem Szenario bezog der Versicherte noch keine Rente! Hat der Verstorbene dagegen bereits irgendeine Form von Rente über die „Gesetzliche Rentenversicherung“ bezogen, ist für die Besteuerung grundsätzlich das erste Bezugsjahr maßgebend. Hat der Verstorbene also 2008 erstmalig Rente bezogen, würde auch die Witwenrente im Jahr 2013 mit dem damals gültigen Satz von 56 Prozent versteuert werden. Lag der erstmalige Rentenbezug vor 2005 ist der Minimalsatz von 50 Prozent trotzdem anzuwenden.

Ob der Hinterbliebene allerdings Steuern zahlen muss, ist ohnehin von der Summe aller seiner Einkünfte abhängig. Daran korreliert sich bekanntlich auch der persönliche Steuersatz. Liegen die Bezüge unter dem für 2013 gültigem Freibetrag von 8.130 EUR per anno, sind generell keine Steuern zu entrichten. Hier sind exemplarische Musterrechnungen gefragt. Der Gang zu einem professionellen Steuerberater seines Vertrauens sollte ebenfalls eine Option sein.

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