Witwenrente bei Beamten

Die arbeitende Bevölkerung lässt sich in Arbeitnehmer/Arbeiter und Beamte gliedern. Erstgenannten steht, losgelöst vom jeweiligen Versorgungswerk, eine Rente zu. Beamte dagegen erarbeiten sich eine Pension bzw. Ruhegehalt. Unabhängig davon, welcher der beiden Gruppen der Verstorbene angehört hat, steht seinem überlebenden Ehegatten bzw. Lebenspartner eine Witwenrente zu. Es gibt nur kleinere Unterschiede und somit gelten folgende Voraussetzungen für den Bezug:

Die Witwenrente steht dem Ehepartner bzw. eingetragenen Lebenspartner des verstorbenen Beamten gem. § 19 BeamtVG zu, wenn die Verbindung mindestens ein Jahr bestanden hat und die Ehe/Lebenspartnerschaft nicht überwiegend aus Versorgungsgründen geschlossen wurde. Diese läge vor, wenn die Ehe in dem Bewusstsein geschlossen wird, dass einer der Ehepartner in absehbarer Zeit versterben wird (z.B. durch Krebs) und die Verbindung nur der sozialen Sicherheit des Hinterbliebenen dienen soll. Ferner besteht kein Anspruch, wenn die Ehe erst nach dem Eintritt in den Ruhestand des Beamten geschlossen wurde. Die Höhe der Rente wird nach §20 BeamtVG auf 55 Prozent festgesetzt. 60 Prozent, sofern der Verstorbene vor dem 01.01.1962 geboren wurde.

Achtung

Ein Sonderfall ergibt sich aus §20 BeamtVG. Ist die kinderlose Witwe mindestens 20 Jahre jünger als der Verstorbene, wird der Rentenanspruch für jedes Jahr des Altersunterschiedes um 5 Prozent gekürzt, maximal jedoch um 50 Prozent. In jedem Fall verbleiben also mindestens 5 bis 10 Prozent der Ansprüche.

Auch die Witwenrente von Beamten kann bei entsprechendem Zuverdienst gekürzt werden. Anders als bei Arbeitnehmer verbleiben nach Abzug gemäß §53 BeamtVG grundsätzlich jedoch mindestens 20 Prozent der Pensionsansprüche des verstorbenen Beamten. Kinder des Verstorbenen haben gemäß §24 BeamtVG ebenfalls Ansprüche auf Waisengeld. So bekommen Halbwaisen 12% und Vollwaisen 20% des Ruhegehalts.

Analog haben auch Witwen bzw. Witwer von Beamten einen Anspruch auf eine Abfindung in Höhe von 24 Monatsrenten. Gleiches gilt bei Wiederaufleben der Ansprüche bei Scheidungen von Folgeehen.

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